Social Media: Zur Nutzung "sozialer" Medien (Erfahrungsaustausch)
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Twitter, Facebook, et. al - wie nutzt Ihr sie? Wie behält man den Überblick und was BRINGEN sie fürs eigene Leben? Und: sind sie denn irgendwie "sozial"?
Social Media: Zur Nutzung "sozialer" Medien (Erfahrungsaustausch)
ClaudiaBerlinClaudiaBerlin 1256654787|%e %b %Y, %H:%M %Z|agohover

Hallo alle,

gerne möchte ich hier mal einen Erfahrungsaustausch über die Nutzung der vielen in den letzten Jahren entstandenen Social Media anstoßen. Twitter, Facebook, Wer-kennt-wen, Friendfeed, Youtube, Flickr - überall soll man "Freunde kontakten", Inhalte einstellen, in meist recht kleinen Textfenstern irgendwas kommentieren und vieles mehr.

Bei mir geht die Auseinandersetzung damit schubweise voran: Lange bleibe ich bei dem, was ich schon kenne, dann nehme ich mal was Neues dazu und schaue, ob es mir irgendwie nützlich vorkommt. Manche Dienste bekommen dann, wenn auf einmal viele Bekannte "drin" sind, *eine zweite Chance* (Twitter, Facebook), manche guck ich mir an und trete gleich wieder aus bzw. gar nicht erst ein.

Oft hatte ich schon das Gefühl der Verzettelung und nutzloser Zerstreuung, obwohl ich vom Start weg nie der Meinung bin, nun auch alles mitmachen zu müssen, was da so an Möglichkeiten geboten wird. Trotzdem erzeugen manche einen gewissen "Sog", wenn etwa "Freundschaftsanfragen" kommen, Follower sich anmelden oder irgendwelche eigenen Inhalte kommentiert werden. Auch passiert es schon mal, dass man durch die Techniken des "weiter melden lassens" Mehrfachmeldungen erzeugt. Es ist auch nicht schwer, sich zum Affen zu machen, wenn man jedes gepostete Bild durch zig SocialMedia jagt - finde ich, was natürlich Ansichtssache ist.

Gestern hab ich mir einen Überblick über die von mir genutzten Dienste gebastelt, um die Ströme der Weitermeldungen und die einzelnen Tools/Umgebungen besser im Gedächtnis zu behalten. Für eher Netzferne mag das schon sehr nerdig aussehen, doch meine tatsächliche Nutzung all dieser Möglichkeiten ist vergleichsweise gering!

Was mich wundert: es ist kaum je von Problemen mit den Verwirrung und Redundanz erzeugenden Aspekten dieser "neuen Welten und Werkzeuge" die Rede. Ich kenne auch keine theoretisierenden Anleitungen, die es Neulingen erleichtern könnten, die Dienste SINNVOLL zu verbinden - geschweige denn Desktops, die ein echtes Management "quer über alle" leicht machen würden. Vielleicht kenne ich dies alles aber nur nicht, bekomme ja auch nicht alles mit!

Bookmarksammlungen (mit Bewertungscommunity), Aggregatoren, Newsreader (mit Empfehlungsfunktionen), große und kleine Communitys mit und ohne Thema, Lifestreams und dazu Twitter u.ä. - zunehmend wird man angestupst, man möge Kontakte kontakten und Inhalte bewerten, Dinge empfehlen und "Apps" ausprobieren. Täte man dies alles, käme man zu sonst gar nichts mehr!

Seht den Thread als Gelegenheit, einfach mal locker von Hocker zu berichten, wie es Euch mit alledem ergeht!

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Re: Social Media: Zur Nutzung "sozialer" Medien (Erfahrungsaustausch)
StefanMStefanM 1256712023|%e %b %Y, %H:%M %Z|agohover

Hallo Claudia,

deinen persönlichen Social-Media-Graph fand ich wirklich interessant. Schon deshalb, weil er zeigt, wie komplex die eigenen Publikationsströme schnell werden können, wenn man sowohl bloggt als auch Social Networks und Twitter-ähnliche Services nutzt. Das Hauptproblem ist die Redundanz. Man möchte denen, die einem das kostbare Web-Gut "Aufmerksamkeit" schenken, ja nicht auf die Nerven gehen, indem sie an allen Orten, die sie aufrufen, immer wieder die gleichen Sachen von einem selbst zu lesen bekommen, so alw würde jeder Tweet an zwanzig Häuserecken lauern.

Interessant finde ich an dem Graph, dass dein FriendFeed-Stream zum Sammelbecken aller Services wird. Das ist eigentlich sehr konsequent. Ich habe mich da leider etwas mehr verzettelt, weil ich bei FriendFeed zwei Accounts habe, um unterschiedliche Feeds für unterschiedliche Zwecke zu erhalten.

Eigentlich halte ich FriendFeed auch für das beste Tool der Statusphäre. Es hat nicht die Zeichenbeschränkung von Twitter, es erlaubt das direkte Einbinden von Non-Text-Medien, es ist nach außen hin offen, bietet eine Menge Schnittstellen usw. Eigentlich würde ich FriendFeed viel lieber nutzen als Twitter, aber in Twitter ist halt die "Szene", und so bleibt FriendFeed vorerst nur der Auffangbehälter für die Tweets aus Twitter. Ähnlich konsequent wie FriendFeed ist Posterous, nur mit dem Unterschied, dass FriendFeed tendenziell eher auf Microblogging ausgelegt ist, Posterous eher auf normales Blogging.

Mit Facebook werde ich einfach nicht richtig warm. Ich gucke täglich rein, bin auch so schlecht und recht aktiv (wenn auch längst nicht so intensiv wie viele andere), aber für meine Zwecke passt das System einfach nicht so. Ich tausche keine Party-Fotos, kann mit Selbstfindungs-Anwendungen wie "wenn ich ein Auto wäre, wäre ich ein Ford Mustang" nichts anfangen, und Smalltalk von der Art "wie gehts dir denn so" kommt bei mir eher selten vor. Außerdem habe ich mich auch innerhalb von Facebook noch verzettelt, indem ich dort einen persönlichen Account habe und die Webkompetenz-Seite, wobei ich oft nicht weiß, was ich wo posten soll.

Xing wird immer mehr zur Leiche im Keller. Da zahle ich den Premium-Account, nutze Xing aber kaum noch. Es ist eher für die berufliche Präsenz. Bei Xing nutze ich wenn überhaupt die Foren, aber nicht die Networking-Funktionen. Ich glaube, ich bin gar kein typischer Social-Networking-Typ. Eher noch Cloud-Computing mit familien-internem Sharing.

Insgesamt finde ich die Situation spannend, aber auch zerfahren. Das Projekt hier plus ein Network plus ein Microblogging-Service, das würde mir eigentlich reichen. Vielleicht sollte ich da auch mal einen Kahlschlag wagen. Kommt früher oder später sicher auch noch.

viele Grüße
Stefan Münz

Re: Social Media: Zur Nutzung "sozialer" Medien (Erfahrungsaustausch)
ClaudiaBerlinClaudiaBerlin 1256722184|%e %b %Y, %H:%M %Z|agohover

Hi Stefan, irgendwo hattest du auch mal einen Beitrag mit Überlegungen zu den Loops etc. - erinnerst du dich? Der würde mich interessieren, ich fand ihn aber nicht.

Mit Facebook gehts mir genau wie dir: Plaudereien in Smalltalk-Manier interessieren mich nicht so - bin da eher zu Beobachtungszwecken, um zu schauen, wie sich das alles entwickelt. Ab und an freue ich mich, alte, lang aus den Augen verlorene Bekannte wieder zu treffen, das ist immerhin ein wirklich sozialer Nutzen.

Was Friendfeeds angeht: ich nutze das auch im Stil "alles in einen Eimer" - aber mittlerweile gibts da doch auch "Räume" oder sowas für verschiedene Themen. Warum hast du DAS nicht genutzt statt 2 Accounts?

Auch bei mir ist Xing bloße "Präsenz im geschäftlichen Raum". Selbst die Foren gefallen mir nicht besonders, man merkt den Leuten an, dass sie hier in ihrer "Berufsrolle" posten und diskutieren - und das Ergebnis ist meist langweilig. Hab mir einen Premium-Account geleistet, da ich über Xing immerhin schon mal Aufträge bekam.

Mein sozialer Graph gibt mir im Moment wenigstens wieder einen Überblick, den ich definitiv nicht mehr im Kopf hatte. Wenn ich drauf schaue, fällt mir eher ein, was ich vergessen habe: z.B. jetzt die Weiterleitung der Tweets ins Digital Diary - DA gibts dann immer EINE überflüssige Meldung, wenn ein neuer Diary-Post über Twitter angekündigt wird. Das erscheint mir aber hinnehmbar, dafür hat das Twitter-Fenster m.E. einen echten Zusatznutzen für die Leser, da ich ja nicht so oft blogge, wohl aber fast täglich Tweets mit Links poste.

Bin gespannt, wo das alles noch hinführt! Hab gerade bemerkt, wie sehr Google bereits Daten integriert nutzt und in Dienste umsetzt - etwa in der neuen Social Search. Und nächstens dann Wave…

Re: Social Media: Zur Nutzung "sozialer" Medien (Erfahrungsaustausch)
Chräcker (guest) 1256713017|%e %b %Y, %H:%M %Z|agohover

Ich bin so ein halbzäher Mensch, der gerne erst mal beim alten bleibt und das neue, ich glaube schon wohlwollend, ab und an mal antestet. Wobei "das neue" meistens für die anderen schon wieder uralt ist.

Bisher nutzte ich lediglich Foren und Boardsysteme, bei denen man sich innerhalb einer homogenen Interessensgruppe bewegt, die dann unter den Stammpostern mal mehr oder weniger zu Gemeinschaften heranwachsen können. Da wird das "Social" vor dem Wort "Media" meist erst noch entwickelt. Ausserdem benutze ich in "Vereinsmanier" zwei in sich geschlossene boardbasierte Räume mit ausgewählten Mitmenschen. Hier ist der Socialanteil noch höher, aber alles eben sehr geschlossen.

Über eins der erstgenannten Interessensgruppen stolperte ich dann in Twitter und Facebook. Und darüber dann in die Kommentarecken diverser Blogs.

Alles (außer den Blogs) wird dann täglich abgeklappert. Es ist ja noch überschaubar. Aber alles sind Nischen. Das ist aber im Leben ausserhalb des Netzes nicht anders. Bedeutung erlangt nur das, was über die Nischenränder herumgereicht wird. In sofern halte ich Twitter immer noch für ein sehr wichtiges Werkzeug, um diesen Rumreichfluß im Gang zu halten.

unfold Re: Social Media: Zur Nutzung "sozialer" Medien (Erfahrungsaustausch) by Chräcker (guest), 1256713017|%e %b %Y, %H:%M %Z|agohover
Re: Social Media: Zur Nutzung "sozialer" Medien (Erfahrungsaustausch)
ClaudiaBerlinClaudiaBerlin 1256722716|%e %b %Y, %H:%M %Z|agohover

Du bist also ein gutes Beispiel dafür, dass es Sinn macht, als Blogger bei Facebook zu sein und auch zu twittern - immerhin wurdest du darüber auf Blogs aufmerksam. :-)

Themenforen hab ich auch lange besucht und empfand sie als sinnvolle Fortsetzung der früheren Mailinglisten im Web. Noch heute sind sie eine schöne, überschaubare und nützliche Ebene. Deshalb hab ich mich eher gewundert, warum diese "Kein-Thema-Coms" eigentlich aufkommen. Bis ich verstand: das ist sozusagen "Internet für Arme" bzw. für spät Eingestiegene, die mit der Komplexität, die das Web mittlerweile erreicht hatte, nicht umgehen konnten und ein "Web im Web" mit ergonomischer Handhabung wirklich brauchen.

Erst stand ich aber da wie der Ochs vor dem Berg: ja spinnen die denn, irgendwo Mitglied zu werden ohne KONKRETEN Anlass? Einfach nur, um "Leute zu kontakten"… ?

Re: Social Media: Zur Nutzung "sozialer" Medien (Erfahrungsaustausch)
toschotoscho 1256724640|%e %b %Y, %H:%M %Z|agohover

Mir geht es ähnlich wie Stefan: Das meiste benutze ich kaum.

Friendfeed finde ich vom Prinzip her auch sehr gut, aber vielleicht kann das zu viel. Mehr als eine Datenhalde ist das nicht für mich derzeit nicht.

Die beiden einzigen Web-2.0-Dienste, die ich wirklich regelmäßig nutze, sind Twitter und Delicious. Die kann man auch kombinieren, aber ob da ein echter Mehrwert entsteht, sei mal dahingestellt. Ich sehe ihn nicht; deshalb binde ich beides auch nicht in meinem Blog ein.

Ansonsten ist mir aufgefallen, daß ich sehr viele Dienste ausprobiere und dann wieder fallen lasse: LibraryThing, Last.fm, Xing, Facebook, LinkedIn, Talentarena, Flickr … kein Wunder, daß die alle mit solch hohen Nutzerzahlen angeben können. Doch wenn ich dort weder mit neuen Leuten ins Gespräch komme, noch unersetzliche Features finde, dann bleibe ich nicht. Viele dieser Dienste überschneiden sich ja in ihren Angeboten – one job, one tool scheint ein aussterbender Wert zu sein, weil offenbar jeder glaubt, mehr Funktionen bedeuteten automatisch mehr Nutzer.

Github sticht heraus, weil es sich sehr genau auf eine Sache konzentriert – Code gemeinsam bearbeiten – und hierfür Werkzeuge anbietet, die ich selber nicht schreiben kann oder will (Wiki, Bugtracker, Koordination gemeinsamer Arbeit).


Den Überblick über all meine Konten habe ich schon längst verloren. Und ich weiß, daß es vielen anderen so geht: Ich habe neulich in einem Projekt Daten aus mehreren solcher Dienste zusammengeführt, und dabei bin ich auf viel Redundanz gestoßen. Manches ist gewollt, Spam also, anderes eher … unfällig. Ganz schön schwer auszumisten. :)

So planvoll wie du geht kaum jemand vor. Vielleicht schreibt mal jemand einen Dienst, der das erledigt … Web 2.1. :)

Re: Social Media: Zur Nutzung "sozialer" Medien (Erfahrungsaustausch)
ClaudiaBerlinClaudiaBerlin 1256729361|%e %b %Y, %H:%M %Z|agohover

Also ich hab auch bei weitem nicht alle Dienste und Coms, denen ich mal beigetreten bin, noch im Kopf - und verlinkt sind die auf der Übersicht erst recht nicht! Da wollte ich nur diejenigen erfassen, die ich derzeit auch tatsächlich nutze und auch partiell miteinander verbinde. Von "planvoll vorgehen" kann man da kaum sprechen! :-)

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