Hallo Stefan,
Danke für diesen klaren Artikel, der für mich einen weiteren Beitrag zur "Aufklärung" unserer heutigen verwirrten Welt darstellt. Die Machtinhaber dieser Welt merken, dass ihnen ihre Macht durch Wissensverbreitung langsam abhanden kommt und versuchen sie nun vehement zu verteidigen. Das kann dann so aussehen, dass fähige, neugierige und unbequeme Mitarbeiter in Unternehmen von wichtigen Informationen abgeschnitten werden, bis sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, als das Unternehmen zu verlassen. Oder therapeutische Klienten werden, wenn sie umfangreiches Wissen über ihre eigene Problematik angesammelt und selbst eine therapeutische Sicht entwickelt haben, barsch auf ihren Platz verwiesen, weil der Therapeut keinen anderen Therapeuten neben sich duldet (ein besseres Beispiel für seine eigene Inkompetenz hätte er übrigens kaum liefern können). Und noch ein Beispiel für ausgeprägtes Herrschaftswissendenken: Wer in diesem Land etwas werden will, muss sein Wissen nachweisen können, sonst zählt es nicht. Alles muss diplomiert, zertifiziert, schriftlich fixiert, benotet und möglichst bestens bewertet sein. Der Lebenslauf muss geradlinig und ohne Lücken sein, wer sich erlaubt hat, etwas ausser der Reihe probiert zu haben oder sich eine Auszeit genommen hat, wird dafür hart bestraft. Die Zettel sind die Eintrittskarten zum Berufsleben, nicht Lebenserfahrung oder im Laufe der Jahre angeeignete Fertigkeiten. Es ist nicht nur traurig für die Betroffenen, sondern auch ausgesprochen dumm von den Entscheidungsträgern, diesen riesigen Wissenspool einfach auszuklammern.
Viele Grüße,
Kirsten