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Elefantenrunde mit 40 Parteien?
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Dass das "Duell" der Spitzenkandidaten der Regierungsparteien kein Glanzstück der Medien war ist geschenkt. Soetwas wird es bestimmt nicht noch einmal geben.

Aber ist die gleichberechtigte Präsentation aller Parteien ein realistischer Gegenentwurf?
Im Internet und in den privaten Medien bestimmt nicht, denn dort bestimmen die Nutzer oder die privaten Besitzer die Linie.

Aber auch in den öffentlich-rechtlichen Medien wäre eine gleichberechtigte Präsentation nicht realistisch. Wer will die MLPD mit der Naturgesetzpartei über die Euro-Einführung diskutieren sehen, bei einer 20-stündigen Sendung mit Vertretern von 40 Parteien, während derer Martin Sonneborn von der PARTEI aus Protest gegen die CDU seine Kleidung aufisst?

Ist es nicht so, dass gesellschaftlich relevante Gruppen wie z.B. die Grünen, die Linke, die Piraten automatisch genug Aufmerksamkeit bekommen, weil auch in den Medien, unter den tonangebenden Journalisten, die Verteilung der Sympathien auf einzelne Parteien genau so ist in der breiten Masse der Bevölkerung, und so relevante Gruppierungen auch immer Fürsprecher in den Medien finden werden?

Die Vermutung, dass es nur deshalb große Parteien gibt, weil hinter großen Parteien eine Menge Fürsprecher in den Medien steht, kann schon deshalb nicht richtig sein, weil vor diesem Hintergrund die momentane Stärke der Grünen und der FDP sowie der Linken nicht erklärbar ist. Rechtsextreme Parteien dürften so überhaupt nie irgendwo ins Parlament kommen.

Die Fokussierung der Berichterstattung auf Parteien mit realistischen Wahlchancen ist gerechtfertigt, da eine Berichterstattung über jede obskure Randgruppe die Zuschauer bzw. Zuhörer bzw. Leser überfordern und langweilen würde; Parteien, die "den Nerv der Zeit" treffen, haben, wie an den Grünen und der Linken zu sehen, offensichtlich trotz der nicht immer fairen Behandlung durch die Medien Chancen.

Von daher mag Gerechtigkeit unparteiisch sein, aber das Leben ist genau so wenig gerecht wie die Politik oder die Wähler, die oftmals lieber die größten Scharlatane als die größten Denker wählen.

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