Versuch eines Volkslexikons
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Info-Agenten, gut für Google und als manchmal sinnvolle Alternative zu Wikipedia?
Versuch eines Volkslexikons
StefanMStefanM 1249767955|%e %b %Y, %H:%M %Z|agohover

Hallo,

das geht einem doch oft so. Man will beispielsweise mal eben wissen, was das ADS-Syndrom ist.
Sucht man danach in Google, zeigt, wie oft übrigens, der erste Suchtreffer auf den entsprechenden Eintrag in Wikipedia. Dort liest man dann gleich im ersten Bilschirmausschnitt so Sachen wie: "Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung ist nach derzeitigem Stand (2005) ein multifaktoriell bedingtes Störungsbild mit einer erblichen Disposition, welche die Ausbildung der Krankheit begünstigt. Auf neurobiologischer Ebene wird es unter anderem als striatofrontale Dysfunktion erklärt. Für den Verlauf und die individuelle Ausprägung spielen daneben psychosoziale Faktoren und Umweltbedingungen eine wichtige Rolle."

"Aha", denkt sich Lisa Müller, die sich nur mal schlau lesen wollte, weil der Schularzt bezüglich ihres Sohns so eine Andeutung gemacht hatte … "und wo kann ich einfach mal für Normalmenschen nachlesen, was das ist?". Wikipedia ist leider in vielen Fachbereichen alles andere als ein "Volkslexikon". Und andere Quellen, die ähnlich zuverlässig die gesamte Lebenswirklichkeit abdecken, gibt es eigentlich nicht im Netz. Allenfalls groß angelegte Versuche, noch professioneller zu sein als Wikipedia.

Derzeit kursiert die Nachricht, dass das Projekt Die Info-Agenten das ändern will. Kurze Artikel, maximal eine handvoll Absätze, die nicht in die Tiefe gehen, aber zumindest grundsätzliches Übersichts- und Orientierungswissen vermitteln. Gerade genug, um halbwegs zu verstehen, was etwas ist, wodurch es sich von diesem oder jenem anderen unterscheidet, welche Vor- und Nachteile es hat usw. Wenn man ehrlich ist, genügen einem Informationen dieser Art in vielen, ja sogar in den meisten Fällen. Vorausgesetzt, sie sind fachlich nicht völlig daneben und ideologisch wertneutral.

"Wir erklären die Welt", lautet das Motto der Info-Agenten-Site. Einzelne Artikel, die ich darin mal angelesen habe, lesen sich durchaus angenehm, informativ ohne tieferen Anspruch, und vor allem verständlich. Allerdings habe ich irgendwie andere konzeptionelle Vorstellungen von einem allgemeinverständlichen Welterklärungsportal. Wenn der erste Menüpunkt "Astro & Lebensberatung" lautet, komme ich mir eher so vor, als hätte ich im Fernseh-Receiver zu weit geblättert und wäre bei einem dieser Sender für die gelangweilte Hausfrau gelandet. Also die Idee an sich gefällt mir, aber ob das Portal das Zeug dazu hat? …

viele Grüße
Stefan Münz

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