HTML 5 reift nun auf W3C-Server

07.08.2007

Wie berichtet, ist die Geschichte von HTML mittlerweile doch nicht mehr nur die Vorgeschichte von XHTML, sondern geht ihre eigenen Wege weiter. Das W3-Konsortium, hat, um eine Spaltung bei der Standardisierung der Basis-Sprache von Webseiten zu vermeiden, in letzter Zeit eine ungewöhnliche Eile an den Tag gelegt. Als Ergebnis davon ist nun unter der Adresse http://www.w3.org/html/wg/html5/ ein Frühstadium der geplanten neuen HTML-Version 5 zu sehen. Genaugenommen befindet sich das Dokument noch nicht mal im Working-Draft-Zustand, weshalb es als „W3C Editor's Draft“ ausgegeben wird, eine Art Vorab-Working-Draft.

Die ersten Abschnitte des Dokuments lassen deutlich das Tauziehen der letzten Monate erkennen. Eine mühsame Koalition mit der WHATWG soll das Dokument voranbringen. Immerhin können Interessierte dort mal schön auf einen Blick sehen, was an Neuerungen geplant ist. Web-Entwickler dürfen sich auf neue HTML-Elemente freuen wie nav (für Navigationsleisten), article (z.B. für News- oder Blog-Beiträge), aside (für Marginalspalten oder abgesetzte Kästen, die vom Haupttext getrennt sind, aber einen Bezug darin haben), header und footer (für Kopf- und Fußbereiche von Webseiten), diverse spezialisierte Multimedia-Elemente wie figure, audio, video, source und canvas. Alles Neuerungen, die aus der Wunschkiste der Praktiker kommen. Sogar alte, längst verstoßene Bekannte wie embed und iframe sind wieder mit von der Partie, weil sie in der Praxis nie totzukriegen waren. Mit Spannung verfolgt werden darf auch die neue Abteilung für interaktive Elemente, zu denen Neuerungen wie details, datagrid oder command gehören. Diese Elemente sollen vor allem Standardaufgaben bei Webanwendungen so beschreibbar machen, dass kein zusätzliches Scripting mehr dafür nötig ist.

HTML 5 gibt also das mit XHTML 2 verfolgte Konzept der Elementreduzierung auf. Stattdessen soll eine ganze Reihe neuer Elemente und Attribute für mehr semantische Eindeutigkeit auf Webseiten sorgen. Eine Botschaft, die in der Praxis ankommt! Doch wie lange wird das Dokument auf dem W3-Server wohl noch reifen müssen, bis es den ersehnten Status einer offiziellen Recommendation (Empfehlung) haben wird, die dann auch für Browser-Anbieter zuverlässig gilt? Glaubt man dem Schedule of Deliverables der HTML-Arbeitsgruppe des W3C, soll die Empfehlung 2010 fertig sein. Da regt sich doch schon wieder Ärger an der Basis: ist denn der Review-Prozess tatsächlich nicht schneller durchführbar? Müssen dazu wirklich drei weitere Jahre vergehen?


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