Auslese der Next Web Conference 2007

06.06.2007

Wer hier mitliest, interessiert sich selbstredend auch für die Zukunft des Web, wie es in einigen Jahren vielleicht aussehen wird, und in welchem Ausmaß es Alltags und Beruf prägen wird. Mit genau diesen Aspekten hat sich die Next Web Conference beschäftigt, die dieses Jahr zum zweiten Mal stattfand. Austragungsort war Amsterdam, und über die Bühne ging alles an einem Tag, dem 1. Juni 2007.

Namhafte Web-Größen wie etwa Eric A. Meyer (Webdesign-Experte) oder David Weinberger (Mitbegründer des Cluetrain-Manifests) trugen Video-Inhalte bei, und Leute wie Felix Petersen (Gründer von plazes.com) oder Tapan Bhat (Vizepräsident von Yahoo) hielten Vorträge.

Felix Petersen sagte leider in letzter Minute ab. Seine neun Monate alte Tochter sei krank geworden, und deshalb müsse er nach Berlin. „Share where you are right now and what you are doing there“, heißt es auf der Startseite von Petersens erfolgreicher Site plazes.com. Natürlich nutzt auch Petersen selbst seinen Service. Und laut dessen Daten war er zum Zeitpunkt der Next Web Conference nicht in Berlin bei seinem kranken Töchterchen, sondern in Kopenhagen auf der gleichzeitig zur Next Web Conference stattfindenden Reboot conference, wo er es sich bei Dinner, Bier und Wein offenbar gut gehen ließ.

„Wer lieber nicht gefunden werden möchte, zum Beispiel, weil er vorgibt an einem Ort zu sein, an dem er gar nicht ist, sollte Plazes meiden wie ein Vampir das Zazikifass. Bis zum vorigen Freitag wäre man davon ausgegangen, dass Felix Petersen, der Chef und Gründer von Plazes, das weiß. Offenbar nicht.“, so der SPIEGEL, der sich ebenfalls diesem Thema widmet und titelt Firmenchef entblößt sich im Mitmachnetz.

Ein kleiner Lapsus also im Strom des Weltgeschehens. Jedoch einer, der uns sagen will: nicht alles, was Leute verbindet („connecting people“ ist ja Wahlspruch des Web 2.0), ist immer und in jeder Situation von Vorteil. Manchmal ist es besser, sich aus der lückenlosen alltäglichen Selbstpräsentation im Web zu verabschieden. Denn nur, wer sich auf seinen Abwegen noch sicher fühlen darf, kann ein glückliches Leben führen.


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