Das Web aus der Sicht von Google

19.05.2007

web-graph.jpg

So sieht es angeblich aus, das Web aus Sicht von Google. Zumindest berichtet dies das Google Operating System Blog im Eintrag The World Wide Web, as Seen by Google.

Sonderlich unbekannt wirkt das Schaubild eigentlich nicht. Vielleicht, weil es irgendwie an Eiskristalle oder Fraktale erinnert?

Bei genauerem Nachdenken ist die Grafik aber doch recht schief. Denn eigentlich schwebt Google ja nicht wie ein altbackener Gottvater über dem Netz, sondern ist ein Teil davon. Will sagen: auch Google sieht das Web nicht anders als ein Web-User, sondern nur mit viel gewaltigerer Datengefräßigkeit und mit notorischem Desinteresse am Verweilen, wie es Crawler halt so an sich haben. Demnach müsste es also irgendwo eine alles ermöglichende Sonne auf der Grafik geben, die erst einmal ihre Strahlen aussendet — das Ego von Google nämlich.

Etwas anders würde die Sache bei neueren Fütterungskonzepten für Suchmaschinen aussehen, also etwa bei Social-Bookmark-Services wie Mr. Wong oder Delicio.us, oder bei Services, die mit Hyperlink-Symbionten operieren, also etwa snap.com. Bei solchen Services wäre das Web aus ihrer Sicht eher etwas, von woher Strahlen kommend eintreffen und in einem anderen Winkel am eigenen Korpus abprallen — natürlich nicht, ohne von der eigenen Suchdatenbank erfasst worden zu sein.

Die Vogelperspektivenbilder vom Netz jedenfalls, auf denen dieses wie das Finale eines Feuerwerks oder wie ein sichtbar gemachtes Knäuel aus Synapsen und Verbindungskanälen aussieht — solche Bilder sind eigentlich nur für „Außernetzische“.


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