Snap.com Kontext-Links

04.05.2007

Über den Preview-Service von snap.com berichteten wir bereits im Beitrag Verlinken mit snap.com. Zumindest seit die Möglichkeit besteht, das Preview-Popup nur dann anzuzeigen, wenn der Anwender die Maus über das Symbol bewegt, und nicht bei jedem mouseover über dem Verweistext, ist der Service dezent genug, um Anwender nicht durch unerwünschte Effekte zu vergraulen.

Nun ist ja snap.com zunächst einmal eine neuartige Suchmaschine, die ihren Datenbestand nicht mehr durch klassische Such-Robots nährt, sondern eben dadurch, dass Website-Anbieter den Preview-Service nutzen und externe Links setzen. Dieses unkonventionelle, aber durchaus erfolgreiche Konzept erzeugt also einen Datenbestand, der darauf basiert, was Anbieter von Web-Inhalten an anderen Anbietern von Web-Inhalten für verlinkenswert halten. Falls snap.com also beispielsweise (wider Erwarten) den Artikel Snap.com - a Google Alternative? bislang noch nicht in seinem Datenbestand hatte, so wird sich das mit diesem Blogbeitrag hier ändern, nämlich dann, sobald jemand das Symbol hinter dem Link zu besagtem Artikel mit der Maus überfährt.

Da die Previews also das primäre Werkzeug für snap.com sind, um den Datenbestand der Suchmaschine zu füttern, ist es gar nicht verwunderlich, wenn versucht wird, diesen Service immer weiter zu verbessern. Eine der neuesten Neuerungen ist, dass einige Previews nicht mehr die oft nichtssagenden Thumbnail-Vorschau-Screenshots verlinkter Seiten zeigen, sondern lesbaren Text. Das gilt beispielsweise für Links zu Wikipedia. Beispiel: Was Wikipedia über Webcrawler weiß, darüber kann man ganz locker plaudern, denn wer Probleme mit einem Terminus technicus wie „Webcrawler“ hat, erhält über die Preview-Funktion der Links erste Hilfe.

Nicht nur bei Links zu Wikipedia, sondern auch bei solchen zu einigen anderen bedeutenden Inhaltsanbietern funktioniert die inhaltliche Detailvorschau. So etwa bei der Internet Movie Database. Als Beispiel ein Link zum Film Spiderman 3. Ebenfalls funktionieren soll die Spezialvorschau bei Direktlinks zu Fotos auf flickr.com. Als Beispiel ein Link auf das Spiderman-3-Poster. Weitere Details sind übrigens dem Artikel Snap.com Introduces Contextual Widgets zu entnehmen, und in der hauseigenen FAQ demonstriert snap.com weitere Beispiele. Sogar komplette YouTube-Videos lassen sich in den Previews abspielen.

Es gehört nicht viel Phantasie dazu sich auszumalen, wie das weitergeht. So könnten beispielsweise Mikroformate auf Zielseiten erkannt und in Previews wiedergegeben werden. Anstelle der klassischen Vorschau-Screenshots könnten nach Benutzerwunsch auch Whois-Informationen zum Betreiber der verlinkten Seite angezeigt werden. Die Idee jedenfalls hat ihren Weg gefunden und wird ihn weiterverfolgen. Das Einzige, womit ich persönlich überhaupt nichts anfangen kann, ist die eigentliche Suche von snap.com. Hässliche Oberfläche, häufig unbefriedigende Suchergebnisse, übelstes Frameset-Gefrickel. Solange das alles so bleibt, wird Google wohl von snap.com wenig zu befürchten haben, aller innovativen Konzepte zum Trotz.


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