Web 2.0 mal so mal so bewertet

12.03.2007

Jüngere kennen es eher als Ältere, im allgemeinen wird es immer bekannter, und der Markt dafür ist aber bereits gesättigt. So in etwa lässt sich das Ergebnis zusammenfassen, wenn man einige Web-2.0-Umfragen der letzten Zeit heranzieht. Hier einige Beispiele:

  • Internet-Nutzung wird durch Web 2.0 tief greifend gewandelt
    Ermittelt, dass vor allem Web-User zwischen 11 und 29 Jahren Web-Inhalte nicht nur konsumieren, sondern auch aktiv mitgestalten. Über 30% von ihnen unterhalten eigene Webangebote und tragen Inhalte zu Plattformen wie YouTube oder MySpace bei. Dagegen scheinen diese Werte bei den über 30jährigen regelrecht einzubrechen.
  • Hype um Web 2.0 ist nur bedingt gerechtfertigt
    Nur 6% der Internet-Nutzer kennen den Ausdruck „Web 2.0“ überhaupt. Auch hier der Trend, dass die Jüngeren (in diesem Fall die definierte Zielgruppe zwischen 16 und 30 Jahren) am ehesten die neueren Services im Web nutzt, während die Älteren eher Angebote nutzen, die es auch schon vor zehn Jahren im Web gab.
  • Umfrage: „Web 2.0“ immer noch weitgehend unbekannt
    Die zuvor genannten 6% Internet-Nutzer basieren auf einer Umfrage der Hamburger PR-Agengur ZPR vom November 2006. Eine neuere Umfrage des Wochenmagazins Werben & Verkaufen (W&V) liefert das Resultat, dass 37% der Internet-Nutzer den Ausdruck „Web 2.0“ schon einmal gehört haben. Das ist zumindest ein rasanter Anstieg, sofern die Bedingungen der Umfragen einen solchen Vergleich überhaupt zulassen. Deutlich mehr User kennen allerdings Web-2.0-typische Einrichtungen wie Blogs oder Wikis, ohne diese mit dem Schlagwort in Verbindung zu bringen.
  • Der Trend zur sozialen Vernetzung über das Internet
    Keine Umfrage im engeren Sinn, sondern eher eine allgemeine Bewrtung. Dieser zufolge hinkt die Nutzung typischer Web-2.0-Funktionen in Deutschland den Entwicklungen in den USA deutlich hinterher, auch wenn sich allmählich eine vergleichbare Atmosphäre im Web herstellt. Ob in Zukunft noch millionenschwere Deals mit den neuen Funktionen zu machen sein wird, wird eher bezweifelt, da der Markt für große Anbieter in diesem Bereich bereits gesättigt sei.

Vielleicht ist es ja sogar besser, das Buzzword „Web 2.0“ gar nicht zu kennen. Zumindest fördert das fehlende Bewusstsein, sich in einem Hype zu befinden, ein weniger blauäugiges Herangehen an neue Funktionen und neue Plattformen. Wer nur bloggt oder News pusht oder sich in Communities hervortut, um zu zeigen, wie trendy er ist, wird auch genauso schnell wieder weg sein wie die vergangene Sommermode. Das gilt aber nicht nur für Privatpersonen, sondern insbesondere auch für Unternehmen, die nun massenhaft ihre Corporate Blogs starten, in der Hoffnung, dadurch den Dialog mit dem Kunden zu intensivieren. Wenn der Hype verflogen ist, wird davon nur übrig bleiben, was im Schweiße des Angesichts aufgebaut wurde, aber nicht, was nur versucht hat, auf einer Welle mitzureiten.


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