Gerechtigkeit ist unparteiisch

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„Überall in den Medien werden die großen Parteien gepuscht und die kleinen als unbedeutend ausgesiebt!“ Eine Woche vor der Bundestagswahl ist das durchaus ein wichtiges Thema. Nicht alle kleineren politischen Kräfte verfügen über genügend Rückenwind, um sich Piraten-Aktionen wie Enter den Raab leisten zu können.

Wenn eine demokratische Wahl gerecht sein soll, dann gehört dazu mehr als die Organisation einer freien und geheimen Abstimmung für alle Wahlberechtigten. In einer Welt, in der Medien einen wesentlichen Einfluss darauf haben, was wir denken, gehört zu einer gerechten Wahl auch eine gerechte Vorwahlphase, mit Gleichbehandlung der sich bewerbenden politischen Kräfte, und mit Informationen, die nicht ausgrenzend sind.

Klingt selbstverständlich? Ist es aber nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Die öffentlich-rechtlichen Medien, die sogar einen staatlichen Aufrag zur Ausgewogenheit haben, vermitteln Normalbürgern durch die Art ihrer Berichterstattung ein reichlich verzerrtes Bild, in dem fast ausschließlich und immer wieder die Status-Quo-Parteien ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden. Elefantenrunden, Kanzlerduelle — serviert wird, was bekannt ist und hinreichend viele Filter durchlaufen hat, um vor grenzwertigen oder tabubrechenden Äußerungen gefeit zu sein. Es darf vermutet werden, dass es nur deshalb noch so etwas wie „große“ Parteien gibt, weil und solange es noch „große“ Medien gibt, in denen immer die gleichen Politikerköpfe zu Wort kommen.

Damit Verantwortliche und alle anderen Leute sich mal etwas mehr Gedanken über die Gleichbehandlung von Parteien in Medien mit Informationsauftrag machen, hat Karin Münz einen offenen Brief verfasst:

Wer sich in den letzten Wochen ebenfalls über eine Berichterstattung in den Medien geärgert hat, die den Eindruck erweckt, als hätten sich ordentliche Wähler gefälligst zwischen CDU und SPD zu entscheiden, kann sich als Unterstützer eintragen.

Abschließend noch zwei Links zum Thema:

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