Posterous: Mail-Bloggen und Networken

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Gut ist, was einfach und vertraut ist. So denken selbst notorisch Progressive, wenn sie sich mal eine ideologische Pause gönnen. Optimal ist, was einfach ist, aber Nicht-Triviales ermöglicht, und was auf Vertrautem basiert, daraus aber Zeitgemäßes erzeugt. So gesehen, ist Posterous das schlechthinnige Optimum. Jeder, der E-Mails schreiben kann, kann es nutzen und stürmt damit geradewegs in die Frontbewegungen des Web 2.0.

Dieser Blog-Beitrag ist nicht zuerst auf Webkompetenz entstanden, sondern wurde zunächst als HTML-formatierte E-Mail erstellt und an moc.suoretsop.znetepmokbew|tsop#moc.suoretsop.znetepmokbew|tsop gesendet. Das „webkompetenz“ in der Ziel-Mailadresse signalisiert, dass ich mir bei Posterous ein Benutzerkonto zugelegt habe. Dafür habe ich — auch das gehört zum neuen guten Ton — einfach meinen Facebook-Account benutzt. Durch die Registrierung habe ich zugleich die Subdomain http://webkompetenz.posterous.com/ erhalten. Das ist mein Blog bei Posterous, bestehend aus einem editierbaren Profil und den Mails, die ich an moc.suoretsop.znetepmokbew|tsop#moc.suoretsop.znetepmokbew|tsop sende. Dass so mit Inhalt befütterte Benutzerkonten als wenn auch recht schlichte und vom Design-Standpunkt sehr eintönige Blogs präsentiert werden, dafür sorgt Posterous. Als GMail-Benutzer bin ich gewohnt, Mails online zu und web-basiert zu schreiben. Wer lieber ein klassisches Desktop-Mailprogramm einsetzt, aber gerade im Internet-Café sitzt, wird von Posterous jedoch nicht im Stich gelassen. Der Service bietet registrierten Benutzern auch die Möglichkeit an, direkt auf posterous.com mit Hilfe eines einfachen Wysiwyg-Online-Editors zu bloggen. Es ist sogar möglich, sein Posterous-Blog mit SMS-Nachrichten vom Handy zu befüllen. Einfach an die Rufnummer 41411 den Inhalt POST hier dein Text … senden. Aber nur, wenn man sich in den Vereinigten Staaten von Amerika befindet. Schade.

Es geht aber auch ganz ohne Benutzerkonto. Dazu mailt man einfach das, was man der Welt mitteilen möchte, von einer beliebigen Mailadresse aus an moc.suoretsop|tsop#moc.suoretsop|tsop. Prompt erhält man eine Antwort-Mail von Posterous mit dem Link auf das durch die erste Mail erzeugte Blog. Auch dabei wird eine Subdomain generiert, die sich an Namensbestandteilen der verwendeten Mailadresse orientiert. Hat man ein Blog auf diese anonyme Weise begonnen, kann man sich nachträglich registrieren, um das Blog zu personalisieren. Nötig ist das jedoch nicht unbedingt. Alles, was von der gleichen Mailadresse an moc.suoretsop|tsop#moc.suoretsop|tsop gesendet wird, landet im gleichen Blog unter dessen URL.

Das von Posterous erzeugte Blog bietet alle typischen Blog-Funktionen. Die Einträge werden absteigend nach Erstellungsdatum präsentiert. Leser können die Blog-Einträge kommentieren. Doch der Service hat noch mehr auf Lager. Denn er gehört zu jenen neueren Web-2.0-Anwendungen, die nicht mehr isoliert um die Gunst der User buhlen, sondern gegenseitigen, automatisierten Datenaustausch ermöglichen. Wer auf Posterous bloggt, kann seine Postings automatisch gleich an Facebook, Twitter, Blogger.com, Wordpress.com, Flickr und andere Services senden, wo sie dann unter dem eigenen dortigen Benutzerkonto erscheinen.

Mit dem Senden einer einzelnen E-Mail lässt sich so ein Artikel sofort im Web publizieren und gleich noch sozial replizieren. Doch wer soll Posterous nun eigentlich nutzen? Web-2.0-Muffel, die lieber einsam vor ihrem Mailprogramm sitzen? Politisch Verfolgte, die Wege suchen, um möglichst anonym zu publizieren? Junkies, die ohnehin alle Web-2.0-Networking-Plattformen nutzen? Vielleicht melden sich ja ein paar Posterous-User hier und berichten darüber, warum sie den Service nutzen. Außer dem oben schon genannten Jörg Kantel, der Posterous aber eher nur mal ausprobieren wollte, habe ich noch Manuela Hoffman abonniert, die Posterous so intensiv nutzt, dass sie sogar ihre Domain manuelahoffmann.com auf ihre Posterous-Seite umleitet.

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